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GEO: Was erzählt die KI über uns?

Wie Unternehmen ihre Sichtbarkeit und Reputation in KI-Systemen aktiv steuern

Dienstag, 4. August 2026

Google öffnen, Suchbegriffe überlegen, sich durch Trefferlisten arbeiten – so machen heute nur noch wenige Menschen ihre Onlinesuche. Denn wer sich direkt an ChatGPT, Gemini, Perplexity oder die KI-gestützte Google-Suche wendet, erhält in Sekunden eine fertige, kuratierte Antwort mit (Produkt-) Empfehlungen und Bewertungen, ganz auf die persönliche Frage abgestimmt.

Was hat sich verändert? Nutzer:innen suchen nicht mehr nach Informationen. Sie erwarten Antworten.

Genau das leistet GEO.

GEO (Generative Engine Optimization) beschreibt die gezielte Optimierung von Inhalten, Quellen und Kommunikationsmaßnahmen für KI-basierte Antwortsysteme. Während SEO darauf abzielt, in Suchmaschinen sichtbar zu sein, sorgt GEO dafür, dass Unternehmen in KI-generierten Antworten vorkommen – und zwar im richtigen Kontext. Wer heute nach einem Unternehmen, einem Produkt oder einer Expertise sucht, erhält immer häufiger eine zusammengefasste Einordnung statt einer Liste von Links.

Denn KI-Systeme liefern keine Trefferlisten. Sie aggregieren Informationen aus unterschiedlichen Quellen, bewerten diese und verdichten sie zu einer Antwort.

Für Unternehmen verschiebt sich damit die zentrale Frage:
Nicht mehr: „Wie werden wir gefunden?“
Sondern: „Was erzählt die KI über uns?“

Warum GEO jetzt relevant ist

KI-Systeme sind mittlerweile der zentrale Orientierungspunkt für Kund:innen, Bewerber:innen, Investoren und Medien. Ihre Antworten beeinflussen Wahrnehmung, Vertrauen und (Kauf-) Entscheidungen.

Die Antworten entstehen aus unterschiedlichen Quellen: Unternehmenswebsites, Medienberichten, Fachportalen, Social Media, Bewertungsplattformen oder Community-Diskussionen.

Das Problem: Wenn Informationen unklar, widersprüchlich oder lückenhaft sind, füllen KI-Systeme diese Lücken selbst – mit externen Quellen oder uneinheitlichen Narrativen.

Um in den Antworten sichtbar zu sein und als Unternehmen bzw. Produkt vorzukommen, muss GEO daher dringend als eine strategische Aufgabe der Unternehmenskommunikation gesehen werden. Ziel ist es, die Informationsbasis aktiv zu gestalten, auf der KI-Systeme ihre Antworten aufbauen.

GEO im Unternehmen verankern

Ein wirksamer GEO-Ansatz ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein strukturiertes Vorgehen mit mehreren Hebeln:

1. Reality-Check: Status quo verstehen

Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie wird das eigene Unternehmen aktuell von KI-Systemen dargestellt?

Typische Leitfragen, die verschiedenen KIs gestellt werden sollten:

  • Wofür steht das Unternehmen und was bietet es an?
  • Welche Kompetenzen werden genannt?
  • Welche Themen werden mit der Marke verknüpft?
  • Welche Wettbewerber erscheinen im gleichen Kontext?
  • Auf welche Quellen stützen sich die Antworten?


Ergänzend helfen Monitoring-Tools, die Sichtbarkeit systematisch zu erfassen – etwa durch Analysen von Quellen, Antwortmustern und Wettbewerbsvergleichen.

Das Ziel: Kommunikationslücken, Fehleinordnungen und Reputationsrisiken sichtbar machen.

2. Faktenanker definieren

KI-Systeme benötigen klare Orientierungspunkte. Unternehmen sollten deshalb zentrale Aussagen verbindlich festlegen:

  • Wer sind wir?
  • Was machen wir?
  • Wofür stehen wir?
  • Wen adressieren wir?
  • Was unterscheidet uns vom Wettbewerb?

Diese Aussagen müssen über alle Kanäle hinweg konsistent sein. Uneinheitliche Formulierungen oder wechselnde Positionierungen erhöhen Interpretationsspielräume für die KI und damit das Risiko falscher Einordnungen und Ergebnisse.

3. Eine belastbare Informationsbasis schaffen

Die definierten Faktenanker müssen anschließend in die Unternehmenskommunikation übersetzt werden. Denn nur Informationen, die öffentlich zugänglich, konsistent und gut strukturiert sind, können von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle erkannt und verarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Unternehmensprofil
  • Leistungen und Angebote
  • Zielgruppen
  • Branchenexpertise
  • Alleinstellungsmerkmale


Besonders wichtig sind öffentlich zugängliche Inhalte – etwa auf der Unternehmenswebsite, im Pressebereich, in Expertenprofilen oder FAQ-Seiten. Sie bilden die Informationsgrundlage, auf die KI-Systeme bei der Erstellung ihrer Antworten zurückgreifen. Entscheidend sind dabei:

  • faktenbasierte und aktuelle Inhalte
  • klare, verständliche Sprache
  • eine gute Auffindbarkeit
  • regelmäßige Pflege und Aktualisierung


Je konsistenter und strukturierter diese Informationen bereitgestellt werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass KI-Systeme das Unternehmen korrekt einordnen und zitieren.

4. Themenführerschaft aufbauen

KI-Systeme bevorzugen Quellen, die über längere Zeit konsistent zu bestimmten Themen sichtbar sind.

Statt breiter Streuung empfiehlt es sich, auf strategische Themenfelder zu fokussieren, die kontinuierlich besetzt werden – etwa durch Fachbeiträge, Studien, Whitepaper oder Expertenstatements.

Entscheidend ist nicht die einzelne Veröffentlichung, sondern die langfristige Konsistenz.

5. Medienarbeit neu ausrichten

Klassische Medienarbeit und PR gewinnt durch die Anforderungen von GEO deutlich an Relevanz und hat eine erweiterte Funktion. Im GEO-Kontext zählen vor allem:

  • Glaubwürdige, zitierfähige Quellen
  • Fachmedien mit hoher inhaltlicher Tiefe
  • Qualitativ hochwertige Beiträge statt reiner Reichweite
  • Stärkere Expertenpositionierung

Ziel ist es, belastbare Referenzen aufzubauen, die von KI-Systemen bevorzugt herangezogen werden.

6. Reputation und Dialoge gezielt stärken

Auch Diskussionen, Bewertungen und Profile fließen in KI-Antworten ein. Besonders relevant sind Plattformen wie LinkedIn, Reddit, Kununu oder spezialisierte Fachforen. Wichtige Einflussfaktoren:

  • Glaubwürdige Bewertungen
  • Fachliche Diskussionen
  • Konsistente Unternehmensprofile
  • Aktive Kommunikation mit der Community

Hier entsteht ein wesentlicher Teil des wahrgenommenen Sentiments.

7. Kontinuierliches Monitoting etablieren

GEO ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

KI-Systeme entwickeln sich dynamisch: Quellen verändern sich, Gewichtungen verschieben sich, neue Narrative entstehen.

Ein strukturiertes Monitoring sollte daher regelmäßig erfolgen und verschiedene Aspekte erfassen:

  • Sichtbarkeit in KI-Antworten
  • Relevante Quellen
  • Wettbewerbspositionierung
  • Themenentwicklungen
  • Sentiment- und Reputationsrisiken


Die Erkenntnisse fließen direkt zurück in Content-Strategie, Medienarbeit und Kommunikation.

Fazit

GEO ist keine technische Disziplin und kein Ersatz für klassische PR. Es ist eine notwendige und wichtige Weiterentwicklung der Unternehmenskommunikation – mit einer neuen Zielgruppe: KI-Systeme.

Unternehmen, die ihre Inhalte klar strukturieren, konsistent kommunizieren und gezielt Referenzen aufbauen, erhöhen nicht nur ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten. Sie schaffen eine belastbare Grundlage für Reputation, Vertrauen und Einfluss in einem Informationsumfeld, das zunehmend von der KI geprägt und beeinflusst wird.

UHLMANN I GEO
Was erzählt die KI über uns? / Foto: KI generiert
UHLMANN I GEO Prozess
GEO ist ein strukturierter Prozess. / Foto: KI generiert
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