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Erfolgreiches Spielwarenjahr 2020


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Mittwoch, 27. Januar 2021

Spielwaren haben in Deutschland ein äußerst erfolgreiches Jahr 2020 hinter sich. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie hatten den Effekt, dass Groß und Klein das Spielen für sich (wieder-) entdeckten. Insgesamt steigerte sich der Umsatz der deutschen Spielwarenbranche 2020 um 8% im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem Spielwarenhersteller mit einem eigenen Online-Shop profitierten von den zweitweisen Schließungen des Einzelhandels und trotzten der Krise (siehe auch „das spielzeug“, Januar-Ausgabe 2021).

Der Alltag stand und steht bei vielen Familien Kopf: Homeoffice, geschlossene Schulen/Kindergärten kombiniert mit Reiseverboten. Aber: Spielsachen haben im vergangenen Jahr gute Laune ins Kinderzimmer und in die Familien gezaubert und so für ein deutliches Wachstum in der Spielwarenbrache gesorgt. Vor allem Basteln und Malen, Spiele und Puzzles sowie Outdoorspiele lagen im Trend. Allein diese drei Segmente brachten 65% des Wachstums der Spielwarenbrache 2020.

Während große Unternehmen mit Online-Shops stark von den zeitweisen Schließungen des Einzelhandels während der Pandemie profitierten, hatten es kleinere Spielwarenhersteller schwer. Diese sind stärker von den stationären Händlern abhängig. Laut Steffen Kahnt, BVS-Geschäftsführer, gab es aber auch positive Entwicklungen in lokalen Geschäften: „Einigen kleinen und mittleren Betrieben ist es durch ihre Kundennähe und Kreativität gelungen, auch während der Schließung der Ladenlokale den Draht zum Kunden zu halten und sie mit den benötigten Produkten zu versorgen.“

Das Segment Spiele und Puzzles verzeichnete den größten Wachstum (+24%), wohingegen elektronisches Spielzeug (-1%) oder Plüsch (-7%) im Jahr 2020 weniger nachgefragt wurden. Im Spiele-Bereich behaupteten sich die bekannten Hersteller: Abendfüllende „Exit Games“ von Kosmos, die Spieleklassiker „Monopoly“ von Hasbro und „UNO“ von Mattel waren besonders beliebt. Auch bei den Spielsachen von „Lego Star Wars“ oder „tiptoi“ und „Disney Frozen“ von Ravensburger zeigten sich hohe Umsatzsteigerungen. Der Outdoor-Bereich steigerte sich durch den Trend zum Spielen im Garten ebenfalls deutlich (+18%). Zu den Bestsellern zählten hier der „Big Wheel Scooter“ und das „Bobby Car“.

Durch die bereits bestehenden und gut ausgebauten Online-Shops deutscher Händler sowie die unterschiedlichen Hygienemaßnahmen in den europäischen Ländern, dominiert der Spielwarenmarkt in Deutschland zudem im europäischen Vergleich mit einem Wachstum von 11%.

DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil erkennt einen Trend in der Spielwarenbranche: „Die Beschäftigung mit haptischen Dingen, mit Basteln, mit Handwerk, das nimmt wieder zu.“ Das „echte“ Spielen und Beschäftigen mit Dingen, die eine längere Zeit begeistern (wie Puzzlen oder Malen) ist folglich in der Pandemie wieder gefragt.