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Kinder Marken Treff beim Kindermedienkongress 2018


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Mittwoch, 07. November 2018

Es lohnt sich, einen Tag aus dem Agentur-Alltag auszusteigen und sich beim Branchentreff in München, dem Kindermedienkongress, unters Volk zu mischen. Die großen Kinder Marken sind dem Ruf gefolgt: LEGO, Schleich, Carlsen, Haba, Ravensburger, Blue Ocean und viele mehr.

Schwerpunkt in diesem Jahr waren die immer stärker ins Digitale gehenden Medienaktivitäten der Generationen Z und α. Es macht einen schon nachdenklich, was die fünfköpfige Gruppe der 10-12 jährigen Mädchen auf dem Podium erzählt: Ihre Mediennutzung beschränkt sich auf YouTube und WhatsApp. Kaum Bücher, keine Nachrichten - die Medienzeit wird durch eher wahllose und von den Eltern vorwiegend unregulierte YouTube Unterhaltung geprägt. Vorsicht rät selbst Youtuber Robin Blase, der in seinem Vortrag deutlich machte, wie viele Kinder-Influencer von ihren Eltern als Kinder-Markenbotschafter missbraucht werden.

Ein großer Diskussionspunkt also: Wie umgehen mit den veränderten Mediengewohnheiten? Die Kinder- und Jugendbranche konzentriert sich stark auf Influencer, YouTuber und die eigenen Unternehmens Social Media Kanäle. Macht es Sinn, Kinder wieder zum Lesen von Büchern und guten Zeitschriften wie GEOlino zu bringen oder verlagert man seine Aktivitäten besser zügig in die bunte Welt der YouTuber?
Mütter sind laut iconkids & youth Geschäftsführer Axel Dammler noch vorwiegend klassisch unterwegs: „Deutsche Mütter holen sich ihre Tipps und Ratschläge im Gegensatz zu anderen Ländern noch von realen Personen aus ihrem funktionierenden Netzwerk. Nicht aus Blogs oder Social Media Kanälen.“

Unser Fazit: Es lohnt sich sehr, genau auf die Zielgruppe zu blicken und die Verantwortung als Kommunikator dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Wer Kinder und Jugendliche anspricht, muss besonders sensibel und respektvoll mit deren Rechten umgehen. Mütter sind noch immer vor allem klassisch in der realen Welt aktiv: Mütter-Blogs können PR-Maßnahmen ergänzen, klassische Pressearbeit aber nicht ersetzen. Dies wird wohl erst der Fall sein, wenn die Generationen Z und α selbst Mütter sind. Aktuell lohnt es sich auch auf diese Zahl zu blicken: 88,7 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind Zeitungsleser – und zwar bevorzugt via Smartphone, Tendenz steigend.