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Spionin im Kinderzimmer - 22.02.2017

Ein Spielzeug, dessen Besitz strafbar ist? Eine Puppe, die Eltern zerstören sollen? Das klingt wie ein schlechter Scherz, ist aber wahr! Die Bundesnetzagentur hat mit sofortiger Wirkung den Handel und den Besitz der Puppe „Cayla“ verboten. Denn sie fungiert als getarnte Abhöranlage im Kinderzimmer.

Cayla ist eine Puppe mit langem blondem Haar und großen blauen Kulleraugen. Eine goldige Spielgefährtin, der man ihre Gefährlichkeit nicht ansieht. Das Besondere: Die Kinder können sich mit ihr unterhalten. Dank Mikrofon, Lautsprecher, Spracherkennungssoftware und Internetverbindung ruft Cayla Antworten auf Fragen aus dem Web ab und kann so z. B. auch bei den Hausaufgaben helfen. Darüber hinaus speichert Cayla aber auch alle Informationen ab, die die Kinder ihr erzählen und wird so zur Spionin im Kinderzimmer. Diese Daten landen auf den Servern einer US-Firma, die die Daten weitergeben darf.

Als wäre das nicht schon beunruhigend genug, können sich Fremde selbst durch Hauswände hindurch mit der Puppe verbinden und so mit den Kindern kommunizieren. Über Bluetooth können Caylas Lautsprecher und Mikrofon ohne große Hindernisse angezapft werden. Man mag sich gar nicht ausmalen, bei welchen Ideen Cayla zur Erfüllungsgehilfin werden könnte. Eltern sind von der Bundesnetzagentur dazu angehalten, die Plastikpuppe unschädlich zu machen.

Entwickelt hat Cayla die US-amerikanische Firma Genesis, vertrieben wird sie in Deutschland durch deren britische Tochter Vivid. Erhältlich war das batteriebetriebene Spielzeug in Deutschland unter anderem bei Otto.

Wir finden zu viel High Tech im Kinderzimmer schon immer gruselig, weil Fantasie und Fingerfertigkeit der Kinder beschränkt werden. Diese Puppe gefährdet aber nicht nur die Entwicklung der Kinder, sondern auch ihre Sicherheit im Kinderzimmer.